
Bei neuesten Ausgrabungen im heutigen Usbekistan, gefördert durch die Curt-Engelhorn-Stiftung und das Deutsche Archäologische Institut, wurde in der Festung Kurgansol eine tönerne Badewanne entdeckt. Ihre Existenz lässt sich an dieser Stelle in Zentralasien nur durch die Präsenz griechischer Kulturträger erklären. Für sie sind zahlreiche Vergleichsfunde im fernen Mittelmeerraum bekannt. Zusammen mit einem Modell der Festung gehört eine extra für die Ausstellung angefertigte originalgetreue Kopie der Badewanne sicher zu den besonders eindrucksvollen Inszenierungen der Ausstellung.
Schriftliche Zeugnisse belegen mehrere Städtegründungen durch Alexander in den zentralasiatischen Landschaften Baktrien und Sogdien. Ihre Eroberung zog sich über mehrere Jahre in einer Art Guerilla-Krieg hin. Die Festung Kurgansol lag direkt am Hauptverlauf des Alexanderzuges. Sie ist vermutlich während dieser Kämpfe als Bastion zur Sicherung des Weges angelegt worden. Am siegreichen Ende der Kämpfe verdeutlichte Alexanders durch seine Hochzeit mit Roxane, der Tochter eines lokalen Fürsten, seine Pläne von einem geeinten Vielvölkerstaat. Mit der Eheschließung zwischen dem makedonischen König und der baktrischen Prinzessin wurde Frieden in Baktrien und Sogdien geschlossen. Zweifellos förderte diese Hochzeit, die sich schon die antiken Schriftsteller nicht recht erklären konnten, den regen Austausch zwischen den verschiedenen Kulturen.