
Die ältesten archäologischen Funde in Usbekistan und Tadschikistan datieren in die mittlere Steinzeit. In der Bronzezeit, im 2. und beginnenden 1. Jahrtausend v. Chr. entstanden hier die ersten Siedlungen. Die Entwicklung der Bautechniken, des Bronzegussverfahrens und einer ausgeprägten Töpferei lässt sich anhand zahlreicher Funde nachvollziehen.
Am Beispiel der von der Bronzezeit bis heute durchgängig bewohnten Region Bandichan in Süd-Usbekistan werden in der Ausstellung die Schichtenabfolge und die Keramikentwicklung über 1500 Jahre gezeigt. Die wichtigsten Umbrüche zwischen verschiedenen Kulturepochen lassen sich hier eindrucksvoll ablesen: von der Bronze- zur frühen Eisenzeit, von den Achämeniden zu Alexander, von den Seleukiden zur graeco-baktrischen und schließlich zur Kuschanzeit.
Den Reichtum Zentralasiens spiegeln die Funde aus dem Oxos-Tempel wider. Dieses Heiligtum liegt im Süden des heutigen Tadschikistans, direkt am Fluss Amu-Darja (dem antiken Oxos). Der Amu-Darja bildet hier die Grenze zu Afghanistan.
Der Tempel wurde bald nach Alexanders Eroberung Baktriens im 4. Jh. v. Chr. gegründet. Nachdem er mehrfach zerstört und immer wieder aufgebaut wurde, blieb er bis zum Ende der Kuschanzeit (3./4. Jh. n. Chr.) ein bedeutendes Kultzentrum. Eine griechische Inschrift auf dem Sockel einer Bronzefigur belegt, dass hier der Flussgott Oxos verehrt wurde. Pilger stifteten wertvolle Gaben in dieses Heiligtum. Viele davon werden in der Ausstellung zu sehen sein.